Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Beiträge verschlagwortet als “Plattenkiste”

Recondite – Hinterland

Jan 0

coverIch habe Pantha du Princes Album "This bliss" zu schätzen gelernt, weil es so schön entschleunigt. Als ich letztens auf das neue Album von Recondite stieß war ich mir nicht ganz schlüssig. Das klang schon gut, war aber nicht so ganz meine Richtung. Und da stolperte ich auf das 2013 veröffentlichte Album "Hinterland". Und genau damit war ich zufrieden.

Wenn man das Wort "Hinterland" zerlegt und analysiert ist das schon ziemlich verwirrend. Die Erde ist nun mal eine Kugel und hinter Land folgt immer wieder Land oder auch Wasser. Von dem Standpunkt aus gesehen ist "Hinterland" immer eine Betrachtung wo man sich aktuell befindet. "Hinterland" liegt immer dort, wo man hin möchte, weil man noch nicht dort war, d.h. dem Begriff hängt etwas Unbekanntes, wenn nicht sogar Mysteriöses an.

Aber vielleicht geht es auch nicht in die Richtung, sondern greift "Hinterland" als Ort auf, der abgeschieden liegt. Weit weg von der Zivilisation, aber nicht im negativen Sinne wie es Worte wie "Hinterwädler" tun, sondern in Verbindung gebracht mit einem verträumten, fast romantischen Blick auf den Zauber der Natur. Und genau diesen magischen Moment trifft das Album auf den Punkt. Einen Schritt weiter und die Illusion fängt an zu bröckeln, denn vielleicht taucht dann schon die Spitze eines Schornsteins auf. Es ist so perfekt, wie es just in diesem Augenblick ist.

Max Cooper – Human

Jan 0

coverWer einen Blick in meine Plattenkiste geworden hat, wird sich fragen - ja, ist der bekloppt? Kauft der nur noch Max Cooper? Die Antwort ist relativ simpel: Ich habe gesehen, dass Traum Schallplatten ein Best-Of veröffentlich haben und bin so auf seine Musik aufmerksam geworden. Die Best-Of war gut, aber ich schaute mal hinter die Kulissen und entdeckte unzählige Veröffentlichungen, hauptsächlich auf Traum Schallplatten und auch auf Fields, wo er dieses Jahr das Album "Human" veröffentlichte.

Im Vergleich zu den vorhergehenden Veröffentlichungen auf Fields hat der Londoner nichts wesentlich verändert und damit alles richtig gemacht. Was für mich seine Musik so attraktiv macht ist die absolute Sicherheit in verschiedenen Musikstilen. Er eröffnet mit "Woven ancestry" sehr asiatisch angehaut, wechselt dann in den R&B-Bereich, wie er auch gut von FKA Twigs hätte kommen können. Am sichersten fühlte er sich im Tech-House, wie er mit "Supine" beweist. "Seething", "Impact" und "Potency" sind drei Tracks mit denen ich mich nicht so ganz wohl fühle, weil Max Cooper an dieser Stelle das Harmonische, was das Album konzeptuell durchzieht, unterbricht. Aber mein Gemüt wird spätestens bei "Empyrian" so sehr beruhigt, so dass ein Druck auf die Pausentaste mir vorkommt, als würde ich aus dem Tiefschlaf gerissen. Leider der kürzeste Track auf dem Album, der locker 8 Minuten verdient hätte. Dafür bleibt er jetzt seiner ambienten Linie treu und führt das Album einem ruhigen Ende entgegen.

Electronic architecture 1-3

Jan 0

coverEigentlich ist Martin Merkels "Voyager" daran schuld, dass ich wieder rückfällig in Trance geworden bin. Als ich im Rahmen zu Martin Merkel auf seiner Webseite / Facebook etc. herumgestöbert habe bzw. wissen wollte, ob man das Label nun "Joof" oder "J00f" schreibt, bin ich über den Labelbesitzer gestolpert, der auch in einem Podcast "Voyager" verarbeitet habe, also habe ich mir den mal angehört. Erster Titel war "Voyager" und danach kam nur noch Trance-Gedüdel, also spulte ich vor und blieb bei einem Titel hängen "Metal jaws" von Gai Barone. Also machte ich mich schlau - gab's den auch sonst irgendwie? Und so gelangte ich zur ElectronicArchitecure³. Cover gefiel mir, die Zusammenstellung sah auch gut aus: Einzeltracks und dann nochmal als Mix. Dazu kam, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis enorm gut war: 44 Titel - 8 Stunden Musik für 8,99 Euro (bei amazon). Und das Ding war im Juli erschienen! Für mich ist es ein Kompliment an die Musik wenn ich sage: Sie klingt noch genauso gut, wie der Kram den Paul van Dyk Mitte der 90er veröffentlicht hat. Und dann stolperte ich noch über Teil 1 und 2, sowie die Ambient Edition von Teil 2. Und alle - bis auf Part 1 - für 8,99 Euro. Gut, die ElectronicArchitecture² sind nur knapp über 20 Titel, aber trotzdem auch hier: 4 Stunden Musik. Nimmt mal alle 4 Teile zusammen, kommt man auf 124 Titel mit 24 Stunden Laufzeit.

Es gibt jetzt eigentlich keine Befürchtung, dass ich jetzt Trance-fanatisch werde, aber ich halte mir alle Wege offen, aber gerade wenn ich am Rechner hocke und mal wieder zocke oder programmiere ist das genau die richtige Musik, die über der Wahrnehmungsschwelle liegt, aber trotzdem angenehm ruhig vor sich hin blubbert. Noch viel angenehmer beim Auto fahren - Trance hat doch die angenehme Eigenschaft, dass man sie als Uptempo und als Entspannung wahrnehmen kann. Je nach persönlichem Gusto und Tagesverfassung.

Also werde ich ein offenes und kritisches Auge auf weitere Folgen dieser Serie haben. Obwohl ich in nächster Zeit nicht mit neuen Veröffentlichungen rechne - Teil 1 erschien 2009 und ihre Nachfolger 2011 bzw. 2014. Schon allein das spricht für die Qualität dieser Serie, wenn nicht aller halben Jahre ein neues Werk auf den Markt geworfen wird.

Almeeva – Anamorphic EP

Jan 0

coverEine EP, die mich an so vieles erinnert. Sie entspricht dem, was ich viel in meinen Podcasts verwendet habe. Und meine Podcasts waren in einer Zeit, wo sich viel in meinem Leben geändert hat. Ich zog nach Bamberg, hatte doch jede Menge neue Dinge zu entdecken und hörte von früh bis in die Nacht viel Musik. Einiges von der Musik, die ich in meinem Podcast verarbeitete, kam aus Osteuropa, speziell Baltikum und Russland. Und gerade diese Länder haben eine Weite in der Musik, die zu ihrem Land passt. So was habe ich nur in anderer Art bei Sigur Rós wiedergefunden - nur dass es da rockiger ist. Genau in diese Schiene schlägt Almeeva mit dieser EP und weckt diese ganzen Erinnerungen wieder.

Platunoff – Symmetrical line

Jan 0

cover"Symmetrical line" kommt erstmal als ziemlich simpel wirkender Technohouse-Track daher, aber dass allein ist nicht was mich herausfordert, meinen Geldbeutel zu zücken und eine ganze EP einzusacken, so eingängig das Thema auch ist. Aber genau das Thema ist der springende Punkt. Ich hatte es vor einiger Zeit schon erwähnt, dass ich die "guten alten" Scheiben mochte, wo sich mehrere Stile zusammengefunden haben. Und das Label würde sich nicht Old SQL nennen, wenn dem nicht so wäre. Anfänglich bin ich als Programmierer auf den Namen reingefallen, aber das steckt wirklich nichts mit SQL dahinter, man sollte es eher als "School" aussprechen. Wo die Originalversion schon etwas spacig wird, geht der "Exequiel Gomez Remix" noch einen Schritt weiter, fügt noch mehr Echo hinzu und lässt damit noch mehr Raum entstehen. Aber dann kommt der Wendepunkt, aber nicht zu überraschend. Ja Mensch, Astral Projection lässt grüßen. Eingangs erwähnter springender Punkt erweitert sich um zwei Dimensionen und der Kreis schließt sich. Das Thema zieht sich ganz sauber bis zum abschließenden Ambient-Mix durch und damit eine angenehme Überraschung.

Marko Fürstenberg – Ghosts from the past

Jan 0

coverEs gibt Dinge, von denen kann man eigentlich nicht genug haben - zum Beispiel Longplayer von Marko Fürstenberg. Dieser Name hängt bei mir automatisch immer mit Thinner zusammen. Und was mich dabei am meisten wurmt ist, dass ich nie einen Review für eine seiner Veröffentlichungen geschrieben habe. Aber seine Releases dort waren auch weit vor meiner Zeit. Nachdem ich jetzt sein neues Album gehört habe, bin ich der Meinung, dass es konsequent klingt, d.h. wenn es Thinner noch heute geben würde, denke ich, dass es genau der Sound wäre.

Nach seiner Wiederveröffentlichung seines ersten Albums "Gesamtlaufzeit" (das Original war natürlich auch auf Thinner) ist es jetzt an der Zeit für einen neuen Longplayer auf Ornament. Marko hat für mich immer eine gute Kombination aus einem angenehmen Tempo und Chords mit Echo die so tief gingen, wie der Marianengraben. Seine neue Veröffentlichung "Ghosts from the pasts" klingt vom Namen her wie alte Erinnerungen, die wieder wach werden. Es ist aber trotzdem irgendwas anders. Das Echo ist noch da, aber nicht mehr so tief und intensiv wie früher. Auch sonst wirkt das Album reduziert und aufgeräumt, es ist mehr Techno und weniger Dub geworden. Eigentlich bin ich ein Freund von Alben, die so ein - zwei Tracks enthalten, die den Rest des Albums in den Schatten stellen. Sowas finde ich bei Marko Fürstenberg irgendwie nicht. Es ist homogen, wirkt aus einem Guss, aber trotzdem abwechslungsreich genug, um nicht monoton zu sein. Wohin will ich eigentlich mit dieser "Gut, aber..."-Rezension? Vielleicht möchte ich sagen: Gut, aber nicht besonders.

Josh Brent – 213 EP

Jan 0

coverIch ging meine Liste mit den neuen Veröffentlichungen durch und auf Anhieb gefielen mir die Soundschnipsel, durch die ich kurz durchgeskipt hatte. Als ich zwei-drei Tage später nochmal reinhören wollte, war die Platte nicht mehr zum Verkauf erhältlich. Was war denn hier vorgefallen? Ich suchte sämtliche mit bekannten Plattformen ab, keine Spur von der EP - sie schien wie vom Erdboden verschluckt. Die nächsten 2-3 Wochen schaute ich in unregelmäßigen Abständen nach, ob sie denn schon wieder aufgetaucht wäre. Und plötzlich war sie da und diesmal schlug ich zu. Ich will es nicht House nennen, aber auch nicht Electro. Es wurschtelt sich so an der Grenze lang. Aber was wirklich auffällt, sind die uralten Samples, die zum Einsatz kommen und der ganzen EP einen Hauch der Spätachtziger a la Bomb The Bass und S'Express verpassen. Und genau aus dem Blickwinkel gefällt mir die EP. Auch wenn ich wieder mal feststellen muss, dass es bereits 2004 eine limitierte Ausgabe dieser EP gab, die jetzt nur nochmal bei The Nothing Special neu aufgelegt wurde. Eine gute Wahl finde ich!

Makoto – Producer 08

Jan 0

coverManchmal überraschen mich diese Japaner schon. Ein Land mit einer komplett eigenen Kultur, Tradition und Geschichte, die so anders ist, wie die der westlichen Welt. Und dann taucht jemand wie Makoto auf, der offensichtlich nicht nur kapiert hat, wie Lounge zu klingen hat, sondern sie regelrecht fühlt. Wenn ich die Stücke der "Producer 08" höre, sitze ich plötzlich mitten in einer Bar, die Leute sind alle gut drauf und viel zu oft sieht man die Leute mit den Füßen oder Köpfen im Takt mitwippen. Aber es gibt auch den Makoto, der den Drum'n'Bass beherrscht, meist in einer hohen Geschwindigkeit - gerade Stücke wie "Enterprise" sind schon fast zu viel für mich. Da lobe ich mir viel mehr 'Blackberry Jam', welches quasi beide Welten verbindet. Mehr mag ich eigentlich gar nicht zu dem Album sagen - hier öfter hier vorbei schaut und nicht den Stil von Good Looking mag, wird auch hier nichts Neues finden.

Alex.Do – Stalker

Jan 0

coverManchmal beiße ich mir als Download-Käufer in den virtuellen Hintern. Der Besitzer der physischen Vinyl hätte sofort den Zusammenhang herstellen können. Ich bin jedoch auf discogs.com angewiesen, dass die Seite mir sagt, dass die Platte dem Regisseur Tarkowski gewidmet ist. Der Name sagte mir etwas und eine Suchanfrage klappte mir der Unterkiefer herunter - Tarkowski hatte 1979 einen Film veröffentlicht, der sich "Stalker" nannte. Aber das ist nicht der Fakt, der mich in Staunen versetzte, sondern dass es in dem Film um eine "Zone" ging. Spätestens jetzt sollte bei einigen der Groschen fallen - da gab es doch das gleichnamige Computerspiel?!

Da ich den Film nicht kenne, muss ich mich wohl mehr an das Spiel halten und versuche mal einen Vergleich zwischen der düsteren Atmosphäre, die das Spiel durchzieht und den drei Tracks zu schaffen. Die auffälligsten Unterschiede liegen für mich zum einen darin, dass die Klänge der EP viel zu klar und rein sind. Hier fehlt mir ein wenig die Unvollständigkeit und Improvisation. Zum anderen ist es der Stil - ich hätte im Zusammenhang mit der Zone vielleicht Industrial oder Dark Ambient erwartet, aber keine treibenden Techno-Tracks. Aber auf der anderen Seite - hätte mir dann diese Platte gefallen? Wohl eher nicht. Von daher ist das Fazit schnell gezogen: Volltreffer für meinen Geschmack, aber Thema etwas verfehlt.

Aphex Twin – Syro

Jan 0

coverIch schließe meine Augen und stelle mir vor - kein grüner Kreis, kein Aphex-Logo, kein "Syro"-Schriftzug. Richard D. James erwähnte in seinem Interview bei Pitchfork, dass er sehr oft Vorurteile erlebt, weil man hört "Aphex Twin" und schon ein Bild davon hat. Also lassen wir das alles mal beiseite und denken, es wäre ein White Label. Fängt man mit "minipops 67" an, der auch als der Manchester Track bekannt ist, fällt mir als erstes der fette Bass auf, gefällt mir ausgesprochen gut. Der Track entwickelt sich ausgesprochen gut, aber so ca. 2 Minuten vor dem Ende wäre ich spätestens bei einer Aphex-Twin-Referenz gelandet und hätte sie als schlecht eingestuft. Weiter geht es mit "XMAS_EVET10" - ein Track, der mir anhand seiner Länge und seines Beginns große Erwartungen weckt. Könnte das ein Ambient-Track werden? 10:30 in outer space? Aber nach einer halben Minute ist Schluss damit, es läuft ein Breakbeat-Loop und analoge Synthies düdeln vor sich hin. Aber auch dieser Song entwickelt sich und endet so, wie Tracks von AFXs Analord-Serie. Und spätestens an der Stelle hat man sich auf den Stil des Albums eingeschossen. Ich schrecke nochmal für "180db_" hoch - hier ist irgendwas schief gegangen! War da jemand verstimmt? Aber das Synthie-Gedüdel geht weiter vor sich hin, jeder Song hat seinen Moment, der eine gewisse Einzigartigkeit verströmt, aber im Laufe des Albums wäre ich dann noch bei der "Drukqs" gelandet. Wie wäre es mit einem Interview über das neue Album?

Frage: Mal ohne den Namen "Aphex Twin" in den Mund zu nehmen, ein gutes Album? Antwort: Die Referenzen sind zu stark, dass man nicht erkennen würde, dass es Aphex Twin ist. Frage: Dann formuliere ich die Frage anders: Wie gut ist das Album im Vergleich zu seinen Vorgängern? Antwort: Betrachtet man seine Historie als Aphex Twin, ist es ein mittelmäßiges Album. Im Vergleich zu seiner Analord-Serie ist es besser geworden, denn die Dichte der Ideen ist doch wesentlich höher... Frage: Wenn ich hier mal kurz einhaken darf? Du bewertest Aphex-Twin-Alben nach deren Ideen-Dichte? Antwort: Nicht nur. Ich schätze zwei Dinge an seiner Musik - zum einen wie sich die Idee eines Songs während dessen weiterentwickelt. Weiterhin mochte ich, dass seine Musik nie gefallen wollte. Sie hat einen sehr starken Charakter, der dem Hörer überließ, ob sie die Platte mögen oder nicht. Mit der "Syro" ist das etwas abhanden gekommen - gerade "minipops 67" erweckt bei mir den Eindruck, dass der Track gefallen will und das schwächt meiner Meinung nach den Charakter seiner Musik. Frage: Was war für dich der Grund, das Album zu kaufen? Antwort: Wie ich schon erwähnte, hat jeder Song so einen gewissen Moment, wo man die Aphex-Perfektion noch spüren kann. Früher war es abwechslungsreicher. Es gab Tracks die diesen Moment über die gesamte Länge gehalten haben, aber es gab auch Tracks, wo ich einfach nur den Kopf geschüttelt habe. Deswegen ist es jetzt etwas ausgeglichener, was ich als Fortschritt werten würde. Die Frage ist natürlich: Wie geht es jetzt weiter? Frage: Dann frage ich doch gleich mal - wie denkst du, dass es weiter geht? Antwort: Wenn ich mich so umsehe, wird das Album mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen. Viele loben es als das "Album des Jahres" oder die "Rückkehr des Aphex Twin". Aber es gibt auch viele, die das Album sehr schlecht finden, weil die Signatur doch vermuten lässt, dass es sich um ältere Tracks handelt. Richard James war eigentlich immer einer, der sich nicht von solchen Reaktionen hat beeinflussen lassen. Deswegen kann ich nur Vermutungen äußern. Er hat auch verlauten lassen, dass er die "Melodies from Mars" überarbeitet hat und das für 4 Alben reicht. Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, wäre das eine Fortsetzung der "Selected Ambient Works". Frage: Mit diesem schönen Gedanken möchte ich mich für das Interview bedanken. Antwort: Gern geschehen!
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner